Hannah Arendt: aus dem Briefwechsel mit Uwe Johnson

![Hannah Arendt](/wp-content/8869_page.jpg @alignright)Idag åker jag till Stockholm till den internationella Hannah Arendt-kongressen och det kommer därför att vara händelselöst här under pausträdet i några dagar – bortsett från eventuella kommentarer.

Som en liten förberedelse läser jag nu om boken ”Hannah Arendt Uwe Johnson Der Briefwechsel”, som återger brevväxlingen mellan Arendt och den tyske författaren Uwe Johnson. Ungefär halva boken utgörs av kommentarer och dokument och breven är försedda med ett stort antal noter, så man får som läsare god hjälp att komma en bit in under brevytorna.

HA - UJ

Ett av de tidigare breven – från den 30 juni 1970 – börjar så här med en anspelning på tilltalsformeln:

Lieber Uwe, (darf ich doch? wegen Altersunterschied),

En för mig språkligt intressant småsak dyker upp i samma brev. Jag lyssnade nämligen för en liten tid sedan på en intervju med Arendt av Günter Gaus och jag la då märke till hennes speciella (königsbergska?) uttal av det tyska ei-ljudet:

Dass ich ”in Wirklichkeit” in Hannover geboren bin, stimmt. Aber ich verliess die Stadt im zweiten Lebensjahr, meine Eltern kehrten nach Königsberg, ihrer Geburtsstadt, zurück und meine Mutter versicherte, sie würde mich in den Pregel werfen, wenn ich das Hannoveranische weiche ”ei” sprechen sollte. Ich war vorsichtig und tat es nicht.

(Pregel är floden som flyter genom Königsberg, fast den heter väl inte Pregel nu lika lite som Königsberg heter Königsberg.)

I ett brev från den 12 februari 1974 hittar jag en intressant passage om politik, ja, världspolitik och litteratur:

Inzwischen dürften zu den Teilen der Welt, die weder Sie noch ich verstehen, auch noch China hinzugekommen sein. Die grosse Frage ist, wer ist Konfuzius? – Ich fürchte sehr, Chou-en-Lai. Sehr gerne würde ich mich mit Ihnen über all das unterhalten, auch über Solshenyzin, dessen letztes Buch ich allerdings noch nicht gelesen habe, wohl aber den ”August 1914”. Das einzig Neue an dem neuen Buch scheint ja die Sache mit Vlassow zu sein. Die Menschen glauben eben nur dann etwas, wenn sie es gerne wollen. Fakten machen auf keinen Menschen mehr irgendeinen Eindruck. Zu den Themen der Unterhaltung gehört auch das zweite Buch der Nadeshda Mandelstam, über das vieles zu sagen wäre. Was offenbar keinem auffällt ist, dass, wenn sie z.B., natürlich eine grossartige Person, morgen ”die Macht ergreifen” würde, von Freiheit auch nicht viel die Rede sein würde. Immerhin würde das Morden und Foltern aufhören.

Det finns noter till Chou-en-Lai, Vlassow och Mandelstam, men dem går jag inte in på här. Det jag speciellt reagerade på i det här avsnittet var dels de här två meningarna ”Die Menschen glauben eben nur dann etwas, wenn sie es gerne wollen. Fakten machen auf keinen Menschen mehr irgendeinen Eindruck.”, dels det Arendt säger om Mandelstams förhållande till frihet.

Till sist vill jag citera ett brev från den 17 september 1974 i dess helhet:

Lieber Uwe,
ein Brief von Ihnen ist immer eine Freude, und so war es auch Ihr letzter. Ein Ersatz für ein Gespräch ist es allerdings nicht. Helen kommt nach Berlin, und ich hoffe sehr, sie wird mir ein wenig berichten über die Londoner Pläne.

Was nun Ihren Freund, den Halbjuden, betrifft, so hat mich das wieder an diese ganze vertrackte Geschichte erinnert. Dass einen das immer noch plagt! Ich hatte einen Freund, klassischer Philologe, der in der SS war und daneben, ich glaube, ein Dutzend jüdische Familien versteckt hielt. Er war dann, als die ganze Geschichte zusammengebrochen war, der einzige von allen, die ich kenne, der niemanden um einen Persilschein gebeten hat und sich selber die ganze Geschichte nie hat verzeihen können. Er ist tot, hat auf eine ziemlich vertrackte Weise eigentlich Selbstmord begangen. – Dabei fällt mir ein, ob Sie wohl dies seltsame Gedicht von Gottfried Keller kennen, das unter Widerstandsleuten eine Zeitlang von Hand zu Hand ging? Ich schicke Ihnen eine Ablichtung. Für mich ist die letzte Strophe dieses Gedichts immer der Weisheit letzter Schluss für diese ganze Angelegenheit gewesen.

Falls Sie sich über Finanzen Sorgen machen, kann ich Ihnen nur mitteilen, dass ich keine Bankaktien besitze und auch kein Geld in Touristenunternehmen gesteckt habe.

Es grüsst Sie Elisabeth und Katharina aufs herzlichste
Ihre
Hannah

PS Lotte Beradt ist gerade zurückgekommen und hat ein wenig berichtet. Besser als gar nichts.

Det som särskilt intresserar mig i det här brevet är Gottfried Kellers dikt och det Arendt säger om den sista strofen. Här följer nu dikten som Uwe Johnson fick sig tillsänd tillsammans med brevet:

Die öffentlichen Verleumder

Ein Ungeziefer ruht
In Staub und trocknem Schlamme
Verborgen, wie die Flamme
In leichter Asche tut.
Ein Regen, Windeshauch
Erweckt das schlimme Leben,
Und aus dem Nichts erheben
Sich Seuchen, Glut und Rauch.

Aus dunkler Höhle fährt
Ein Schächer, um zu schweifen;
Nach Beuteln möcht’ er greifen
Doch findet bessern Wert:
Er findet einen Streit
Um nichts, ein irres Wissen,
Ein Banner, das zerrissen,
Ein Volk in Blödigkeit.

Er findet, wo er geht,
Die Leere dürft’ger Zeiten,
Da kann er schamlos schreiten,
Nun wird er ein Prophet;
Auf einen Kehricht stellt
Er seine Schelmenfüsse
Und zischelt seine Grüsse
In die verblüffte Welt.

Gehüllt in Niedertracht
Gleichwie in einer Wolke.
Ein Lügner vor dem Volke,
Ragt bald er gross an Macht
Mit seiner Helfer Zahl,
Die hoch und niedrig stehend,
Gelegenheit erspähend,
Sich bieten seiner Wahl.

Sie teilen aus sein Wort,
Wie einst die Gottesboten
Getan mit den fünf Broten,
Das klecket fort und fort!
Erst log allein der Hund,
Nun lügen ihrer tausend;
Und wie ein Sturm erbrausend,
So wuchert jetzt sein Pfund.

Hoch schiesst empor die Saat,
Verwandelt sind die Lande,
Die Menge lebt in Schande
Und lacht der Schofeltat!
Jetzt hat sich auch erwahrt,
Was ernstlich war erfunden:
Die Guten sind verschwunden,
Die Schlechten stehn geschart!

Wenn einstmals diese Not
Lang wie ein Eis gebrochen,
Dann wird davon gesprochen,
Wie von dem schwarzen Tod;
Und einen Strohmann baun
Die Kinder auf der Heide,
Zu brennen Lust aus Leide
Und Licht aus altem Graun.

En not gör oss uppmärksamma på att Arendts avskrift avviker lätt från originalet på två ställen, dels i andra strofen rad fyra som i originalet lyder ”Und findet bessern Wert”, dels i den nästsista strofen rad sechs som i originalet har följande lydelse ”Was erstlich war erfunden”.

PS Idag hinner jag inte översätta den tyska texten till svenska så det får vara så här – jag beklagar. Om någon skulle vara intresserad av andra Arendt-texter från pausträdets värld – någon som inte har varit här och rotat på senare tid – så kan jag tala om att det finns tre texter där alla citat är översatta till svenska: Joachim Fest: Hannah Arendt, Joachim Fest: Hannah Arendt (del 2) och Joachim Fest: Hannah Arendt (del 3).

4 tankar om “Hannah Arendt: aus dem Briefwechsel mit Uwe Johnson

  1. Litet ”vid sidan om” (som vanligt): Är ”Vlassow” den sovjetiske general som gick över på Hitlers sida? I så fall vad tyckte ”Solshenyzin” om honom? Bra, antar jag. Men kanske var det någon helt annan.

  2. ”Vid sidan om” kan ofta vara nära mitten – eller i den här texten finns väl inget riktigt centrum. Ja, Vlassow är den sovjetiske general som gick över till den andra sidan (In Moskau wurde er am 1. August 1946 hingerichtet.). Vad Solsjenitsyn tyckte om Vlassow framgår inte av noten.

    De två meningarna i Arendts brev jag fäste mig vid, gjorde intryck på mig som sådana, alltså i största allmänhet. Fast nu efter din fråga blir jag nyfiken på vad som egentligen sägs om Vlassow… Jag ska se vad vi har av Solsjenitsyn här i hyllorna, ”Gulag-arkipelagen” vet jag och ”En dag i Ivan Denisovitjs liv”, men sedan…

  3. I min hylla står tre av de monumentala ”datumsromanerna”. Har inte läst någon av dem, dock.
    Du lovar väl att rapportera om konferensen här? Jag skulle så gärna vara där.

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