Hermann Hesse: Lektüre für Minuten

Idag ligger jag lite lågt och vilar mig från skrivandet (har ingen riktig ork). Jag tiger och låter Hermann Hesse tala till er ur ”Lektüre für Minuten”.

bok

Mancher hält sich für vollkommen, nur weil er geringere Ansprüche an sich stellt.

Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein, ehe es sich in neue Ordnung bringen läßt.

Es gibt Frieden, gewiß, aber nicht einen, der dauernd in uns wohnt und uns nicht mehr verläßt. Es gibt nur einen Frieden, der immer und immer wieder mit unablässigen Kämpfen erstritten wird und von Tag zu Tag neu erstritten werden muß.

Der Mensch ist nichts Festes, Gewordenes und Fertiges, nichts Einmaliges und Eindeutiges, sondern etwas Werdendes, ein Versuch, eine Ahnung und Zukunft, Wurf und Sehnsucht der Natur nach neuen Formen und Möglichkeiten.

Die Tat – die ward noch niemals getan von einem, der zuvor gesagt hat, ”was soll ich tun?”

Von allem was der Mensch begehrte, war er immer nur durch Zeit getrennt, durch Zeit, diese tolle Erfindung. Sie war eine der Stützen, eine der Krücken, die man vor allem fahren lassen mußte, wenn man frei werden wollte.

Geduld ist das Schwerste und das Einzige, was zu lernen sich lohnt. Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede, alles Gedeihen und Schöne in der Welt beruht auf Geduld, braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen, braucht den Glauben an langfristige Vorgänge von viel längerer Dauer, als ein einzelnes Leben dauert, die keiner Einsicht eines Einzelnen ganz zugänglich und in ihrer Gänze nur von Völkern und Zeitaltern, nicht von Personen erlebbar sind.

Probleme sind nicht da, um gelöst zu werden, sie sind lediglich die Pole, zwischen denen sich die für’s Leben nötige Spannung erzeugt.

Ohne das Tier in uns sind wir wie kastrierte Engel.

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